Vertragsnaturschutz: Besichtigung neuer Flächen beginnt
Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Pfaffenhofen besichtigt in den kommenden Wochen geeignete Flächen, um diese für die Antragsphase des Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) im Januar des kommenden Jahres vorzumerken. Damit die Maßnahmen optimal auf die örtlichen Gegebenheiten abgestimmt werden können, erfolgt die Begutachtung bereits jetzt im Sommer.
Landwirtinnen und Landwirte, die Interesse an der Aufnahme ihrer Flächen in das Vertragsnaturschutzprogramm (Offenland) haben, werden gebeten, bereits jetzt das Online-Formular unter www.landkreis-pfaffenhofen.de/FID4301 auszufüllen. So kann die Untere Naturschutzbehörde die Flächen in den nächsten Wochen besichtigen. Nach der Ortseinsicht setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit den Interessierten in Verbindung, um gemeinsam ein individuelles Konzept zu entwickeln, das sowohl den Zielen des Natur- und Artenschutzes als auch den Möglichkeiten und Interessen des jeweiligen Betriebes gerecht wird.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde betreuten im vergangenen Jahr 235 Verträge mit knapp 261 Hektar Fläche im Rahmen des Vertragsnaturschutzprogramms. Insgesamt sind damit im Landkreis Pfaffenhofen 2.005 Hektar Teil des Vertragsnaturschutzprogramms.
„Wir freuen uns über das Engagement von Landwirtinnen und Landwirten, die sich für eine naturschonende Bewirtschaftung entscheiden. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt unserer Landschaft und zur Steigerung der Artenvielfalt“, so Landrat Albert Gürtner.
Die Zahlungen an die Nutzungsberechtigten erfolgen durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gemeinsam mit den übrigen landwirtschaftlichen Fördermitteln. Die Untere Naturschutzbehörde begleitet die Maßnahmen fachlich.
Ziel des Vertragsnaturschutzprogramms ist es, ökologisch wertvolle Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt, Eigenart und Schönheit von Natur und Landschaft zu erhalten, zu entwickeln und zu verbessern.
Mit den VNP-Vereinbarungen wird der Mehraufwand ausgeglichen, der Eigentümerinnen und Eigentümern beziehungsweise Nutzungsberechtigten durch eine naturschonende land-, forst- oder fischereiwirtschaftliche Bewirtschaftung ihrer Flächen entsteht. Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Fläche zu einer naturschutzfachlichen Kulisse gehört, beispielsweise zu einem Wiesenbrütergebiet oder einem Bereich zum Aufbau eines Biotopverbunds. Je nach Maßnahme werden unter anderem Düngung und Pflanzenschutz ausgesetzt oder Mähzeitpunkte festgelegt, um die Ausbreitung seltener Tier- und Pflanzenarten zu fördern.
Bisher liegen die VNP-Förderflächen insbesondere in den Wiesenbrütergebieten des Landkreises Pfaffenhofen. Doch auch Flächen in Natura2000-Gebieten oder Naturschutzgebieten bieten Potenzial. „Um den gesetzlich verpflichtenden Aufbau eines bayerischen Biotopverbundes im Offenland von 15 Prozent bis 2030 zu erreichen, könnten beispielsweise auch entlang der Ilm und der Paar sowie in deren Umfeld extensive Wiesen gefördert werden. Auch die natur- und artenschutzverträgliche Bewirtschaftung und Pflege von Gewässerrandstreifen tragen zur Umsetzung der Ziele für den Natur- und Artenschutz bei“, so Landrat Albert Gürtner.
Für allgemeine fachliche Fragen rund um das Vertragsnaturschutzprogramm stehen von der Unteren Naturschutzbehörde Tobias Hennige (Tel. 08441 27-3182) und für verwaltungsrechtliche Fragen Ronny Hiller (Tel. 08441 27-316) und Theresa Mutzbauer (Tel. 08441 27-3186) gerne zur Verfügung.
Anfragen können auch per E-Mail an Vertragsnaturschutz@landratsamt-paf.de gerichtet werden.
Weitere Informationen rund um das Vertragsnaturschutzprogramm gibt es auf der Internetseite des Landkreises Pfaffenhofen unter www.landkreis-pfaffenhofen.de (Rubrik Umwelt/Naturschutz/Förderprogramme) - Bayerisches Vertragsnaturschutzprogramm (VNP).
Hier ist auch das Online-Formular zu Flächenbewertung zu finden.

